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Teller 18. Jh. Foto: Ingeborg Unger

– Verborgen und wiederentdeckt –

Als das aufgegebene, seinem Abriss schon lange entgegendämmernde Kreishaus 2011 endlich mit viel Getöse fiel und dem Bauvorhaben „Klosterhof“ nicht mehr im Wege stand, ergab sich die einmalige Gelegenheit, die baulich noch ungestörte Freifläche südlich davon archäologisch zu untersuchen. Auf dieser Freifläche – dem einstigen Garten des 1627 gegründeten Franziskanerklosters – vermutete man eigentlich keinerlei interessante Funde. Aber man sah und staunte, was alles die von der Stadt beauftragten Fachfirmen zutage förderten. Tina Hirop, die bei den Ausgrabungen als Fotografin mitwirkte, wird über Kloaken, Keller, Fundamente, Fußböden, Mauer- und Treppenreste spätmittelalterlicher Wohngebäude sowie über Reste aufgegebener Klosterbauten berichten. Die Vielfalt der dem Städtischen Kramer-Museum übergebenen Fundstücke überrascht ebenfalls.

Ingeborg Unger hat die Unmengen von meist zerscherbten Objekten in Augenschein genommen, die interessantesten für das Museum untersucht, fotografiert und inventarisiert und wird diese in Bild und Text vorstellen. Viele Stücke dürften im Klostergebrauch gewesen sein, u.a. irdenes Kochgeschirr, schlichte und aufwendig bemalte Irdenware der niederrheinländischen Pottbäcker, reizvoll dekorierte Schüsselchen und Teller aus Westerwälder Steinzeug sowie Delfter/Niederländischer Fayence. Aber manche Stücke geben Rätsel auf: z.B. ein kleiner Scherben eines Glasfensters mit Resten einer deutlich erkennbaren, meisterlich gemalten Taufe Jesu vom Ende des 15. Jahrhunderts. Oder: welches oder welche Gebäude mögen wohl die aufwendigen spätgotischen, grün glasierten Kachelöfen beheizt haben, von denen Bruchstücke erhalten sind.

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