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Samstag, 08.06.2013

Tagesfahrt nach Bochum, zu den Zeugnissen einer mehr als 1000jährigen vorindustriellen Geschichte

Die Stiepeler Dorfkirche ist ein über 1000 Jahre altes Kulturdenkmal an der Ruhr und ein überwältigendes Zeugnis der Frömmigkeit unserer Vorfahren. Die Anfänge des Baus gehen auf das Jahr 1008 zurück. Um 1150 wurde die Saalkirche zu einer romanischen Basilika umgebaut, von der noch das Mittel- und Querschiff erhalten sind. Im 15. Jahrhundert erfolgte dann die Erweiterung der Dorfkirche zur heutigen Hallenkirche mit dem Anbau der beiden Seitenschiffe und dem Ausbau des Altarraumes. Die Malereien an den Wänden und im Gewölbe des Mittel- und Querschiffes vermitteln einen einzigartigen Eindruck typisch romanischer Raumausmalung, die in ihrer Vielfalt und Vollständigkeit sonst im westfälischen Raum nicht zu finden sind. Diese Dorfkirche ist in Architektur und Ausmalung ein Kleinod in Westfalen.

Unterhalb der Burg Blankenstein gibt es einen Garten, der in Westfalen einmalig ist: Der Gethmann´sche Garten im Ort Blankenstein, angelegt „zur Freude und Erholung seiner Mitbürger und aller Besucher des Städtchens Blankenstein“. Der Garten, den Carl-Friedrich Gethmann (1777–1865) in Blankenstein auf einem Nordhang über der Ruhr zwischen 1808 und 1821 anlegen ließ, folgte dem Ideal der Zeit, dem englischen Landschaftsgarten. Dieser sollte, anders als der nach strengen geometrischen Vorgaben gestaltete Barockgarten, als ein durch Menschenhand veredelter, gesteigerter Teil der Natur erscheinen. Gethmann war Sohn und Erbe eines Tuchfabrikanten, Bergwerks- und Werftbesitzer und betätigte sich auch als Reeder und Kohlenfernhändler. Zugleich hatte er ein für die landschaftliche Schönheit des Ruhrtales empfängliches Auge. In der Nähe seines Wohnhauses ließ er ein etwa 25 Morgen großes Areal durch Aufschüttungen modellieren, schuf mit Hilfe der Bepflanzung Blickachsen und Ausblicke in das Ruhrtal und legte u.a. eine Grotte und ein Belvedere an. Mit diesen Gestaltungselementen entsprach die Gartenanlage ganz dem zeittypischen romantischen Naturgefühl. Das Besondere des Gethmann´schen Gartens ist die Einbeziehung der sich in die Idylle einfügenden gewerblichen, bergbaulichen und verkehrstechnischen Bauten der Zeit der Frühindustrialisierung. Der Garten eröffnete nämlich Ausblicke nicht nur in das liebliche Ruhrtal und auf die malerische Ruine der Burg Blankenstein, sondern auch auf die Hattinger Heinrichshütte, die Hoerder Hüttenwerke, die Ruhrschleuse und die Kohlenmagazine am Flussufer. In der Luft lag der Lärm der Stahlhämmer. Diese Einbeziehung der zeitgenössischen Arbeits- und Lebenswelt in seine Gartenschöpfung lässt Gethmanns Entschluss, die Anlage - als eine der ersten - spätestens ab 1834 allen Schichten der Bevölkerung zugänglich zu machen, als ganz folgerichtig erscheinen. Der jetzt denkmalgeschützte Garten ist ein Zeugnis für den pragmatisch-romantischen Sinn seines Erbauers und erfreut auch den heutigen Besucher mit mannigfachen Ausblicken auf die landschaftliche Schönheit des Ruhrtales.

Ein weiterer Besichtigungspunkt ist das Zisterzienserkloster „Wallfahrtskirche“ Bochum Stiepel, eine Klosteranlage von gewaltigen Ausmaßen, wie man sie in der ehemaligen Ruhrmetropole nicht vermuten würde. Heute ist Stiepel in diesem ehemals hochtechnisierten Raum eine Oase der Ruhe und der Besinnung. Ursprünglich gegründet von Benediktinermönchen, aufgehoben durch die französische Revolution, war es ein Herzenswunsch des unvergessenen Essener Bischofs Hengsbach, diese klösterliche Gemeinschaft und damit die Wallfahrt zur „Schmerzhaften Mutter Gottes“ wieder zu intensivieren. Die Führung wird uns die wechselhafte Geschichte dieser Abtei wissenswert machen und die Architektur und die Kunstwerke aus verschiedenen Epochen vom Mittelalter bis in unsere Zeit vor Augen führen.

Eine geruhsame Mittagspause auf Wasserschloss Kemnade verbindet die attraktiven Stationen unserer Tagesreise.

Den Abschluss bildet ein Besuch von Burg Blankenstein, wo auch Gelegenheit zu einer Kaffeepause geboten wird.

Alle Besichtigungspunkte liegen nahe beieinander, so dass keine langen Fahrten anfallen.

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