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Samstag, 15.10.2011, 08:30 - 19:00 Uhr

Studienfahrt zu Kunstschätzen an verborgenen Orten

1939 gab der Pfarrer von St. Laurentius in Grefrath Heinrich Dieckmann den Auftrag, drei Chorfenster zu gestalten. Sie erzählen die Geschichte des heiligen Märtyrers in Bildern von überwältigender Glaubenskraft. Der strenge Stil und die sparsam gewählten Farben unterstreichen dies nachdrücklich. Gleichwohl sind sie ohne vermittelnde Interpretation nicht leicht lesbar.

Den ersten großen Fensterauftrag erhielt Heinrich Dieckmann anläßlich des Umbaus der Broeckhuysener Pfarrkirche St. Cornelius vom Pfarrer Baumgärtner. Die Fenster entstanden zwischen 1924 und 1929. Die Linien schwingen in anmutigen Bögen/Arabesken/Ranken; der Ausdruck ist bezaubernd/lieblich/nazarenisch. Die etwas späteren Marienthaler Fenster haben Linien mit Kanten und Ecken. Man sieht die Entwicklung vom Jugendstil zum Expressionismus.

Eingebettet in die idyllische Landschaft des Niederrhein liegt Kloster Marienthal bei Wesel, das erste Augustinereremitenkloster in Deutschland, gegründet 1256. Vom ersten Kirchlein, das weitab einsam in einer unwirtlichen Gegend lag, gibt es eine kleine Skizze. Die Zahl der Mönche muß sehr gering gewesen sein. Heute sind Klosterkirche und Friedhof ein bedeutsames Gesamtkunstwerk, das dem Pfarrer August Winkelmann verdankt wird. Ab 1925 begann er, jungen, noch fast unbekannten Künstlern Aufträge zur neuen Ausgestaltung der Kirche zu vermitteln, z.B. Heinrich Dieckmann, Anton Wendling und Heinrich Campendonk. Bedeutende Künstler – Bildhauer, Maler, Glasgestalter und Textilkünstler – kamen für Friedhof und Kirche hinzu. Besonders in der Nazi-Zeit bot Pfarrer Winkelmann bedrängten Künstlern einen Arbeitsplatz; Edwin Scharff, Jupp Rübsam, Josef Strater, Kurt Schwippert und vielen mehr.

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