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Samstag, 21.05.2011, 08:30 - 18:00 Uhr

Studienfahrt nach Essen zum Essener Domschatz und zur Alten Synagoge

Essener Domschatz

Der Essener Domschatz ist eine der bedeutendsten Sammlungen kirchlicher Kunstwerke in Deutschland. Der Domschatz ging aus dem Schatz des ehemaligen Damenstifts Essen hervor, der nach der Säkularisation des Stifts im Jahr 1803 in das Eigentum der dem Stift zugehörigen Pfarrgemeinde überging. Seit 1957 ist der Schatz Eigentum des Bistums Essen. Da im Laufe der Geschichte nur wenige Stücke des Stiftsschatzes verloren gegangen sind, und zudem der Essener liber ordinarius erhalten ist, in dem die liturgische Verwendung der Gegenstände festgelegt war, ist die Sammlung in ihrer Gesamtheit exemplarisch. Darüber hinaus enthält der Essener Domschatz mehrere kunsthistorisch bedeutende Werke, insbesondere aus der ottonischen Epoche:

  • vier Vortragekreuze aus ottonischer Zeit, darunter das Otto-Mathilden-Kreuz und das Kreuz mit den großen Senkschmelzen;
  • eine goldene Krone, bei der es sich möglicherweise um die Kinderkrone Ottos III. handelt;
  • das Zeremonialschwert der Äbtissinnen aus ottonischer Zeit in einer Goldscheide;
  • das Theophanu-Evangeliar, eine Handschrift des 11. Jahrhunderts, mit einem goldgetriebenem Buchdeckel, in dessen Mitte sich eine geschnitzte Elfenbeintafel befindet;
  • ein Kreuznagelreliquiar, ebenfalls von Theophanu gestiftet;
  • die Goldene Madonna, die älteste vollplastische Marienfigur;
  • sowie einen zwei Meter hohen siebenarmigen Bronzeleuchter aus ottonischer Zeit.

Die Goldene Madonna und der Siebenarmige Leuchter befinden sich in der Münsterkirche selbst. Neben diesen herausragenden Kunstwerken gehören zum Domschatz mehrere Reliquiare, Messkelche und einige Handschriften, darunter das sprachwissenschaftlich wie künstlerisch bedeutsame Evangeliar 'Essener Domschatzkammer Hs. 1', sowie Skulpturen. Bemerkenswert ist auch eine Sammlung von 16 burgundischen Agraffen aus dem 14. Jahrhundert, bei der es sich um die größte Einzelsammlung solcher Agraffen weltweit handelt.
 

Alte Synagoge – Haus jüdischer Kultur

Die ehemalige Essener Synagoge, 1913 vom Baumeister Edmund Körner im Auftrag der jüdischen Gemeinde fertiggestellt, ist der einzige freistehende und imposante Synagogenbau, der den zweiten Weltkrieg, zumindest äußerlich, überstanden hat. Er bildet heute ein einzigartiges Kultur- und Architekturdenkmal.

Das Haus jüdischer Kultur wird aber nicht museal und historisch, sondern als Begegnungsort mit jüdischer Kultur präsentiert. Juden werden häufig auf die Rolle von Opfern in der NS-Zeit reduziert, die jüdische Kultur oft auf eine Religionsgemeinschaft verkürzt. Die Alte Synagoge wählt einen neuen Zugang. Der historische Bau leitet – mit Hilfe der Architektur und der Ausstellungsbereiche – zu den Fragen nach jüdischen Identitäten und Lebensstilen über. Um den Blick zu erweitern, werden unterschiedliche Aspekte jüdischer Kultur nicht nur ausgestellt, sie werden durch fünf Ausstellungsbereiche erfahrbar gemacht. Diese vermitteln unterschiedliche Aspekte jüdischen Lebens. Im Bereich 'Quellen jüdischer Traditionen' erfährt man Wissenswertes zur jüdischen Geschichte, zum jüdischen Kalender, zu allen Fragen rund um Synagoge und Religion. Der Abschnitt 'Geschichte(n) des Hauses' vermittelt die wechselvolle Geschichte des Gebäudes von 1913 bis in die Gegenwart.

Bedeutende jüdische Feste prägen den Jahres- und Lebenskalender und werden hier dem Besucher nahe gebracht, ebenso jüdische Alltagskultur, Selbstverständnisse, Lebensformen und -stile.

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