Sie sind hier:

Veranstaltungen > Schüsseln machen ist eins - Schüsseln verkaufen 'was anderes Vertriebswege niederrheinischer Irdenware

Töpfer J.H. Liebrand, Jesus vor Pilatus, 1775

Schüsseln machen ist eins - Schüsseln verkaufen 'was anderes Vertriebswege niederrheinischer Irdenware

Seit 500 Jahren lassen sich Berufstöpfer in den Niederrheinlanden zwischen Maas und Rhein urkundlich nachweisen. Die naturräumlichen Voraussetzungen waren hier vieler Orts besonders gut: Ton konnte im Tagebau leicht gewonnen werden.

Auch die schönsten Produkte machten den einzelnen Pottbäcker nicht satt, solange er sie nicht verkauft hatte. Lagen Produktion und Verkauf zunächst noch ungeteilt in der Hand des einzelnen Töpfers, kam es nicht zuletzt durch die Einwanderung niederländischer Glaubensflüchtlinge  seit der Mitte des 16. Jahrhunderts in das Herzogtum Kleve zu einer wirtschaftlichen Neuorientierung im Sinne eines sich verändernden kapitalistischen Gewinn- und Erwerbsstrebens. Verleger-Kaufleute organisierten von nun an den Handel und Absatz vor allem in die Niederlande.

Das wirtschaftliche Nachsehen hatten auf Dauer die Pottbäcker: Trotz der Tatsache, dass sie nach wie vor im Besitz der Produktionsmittel blieben, wurden sie um den von ihnen produzierten Mehrwert geprellt. Ehemals selbstständige und autarke Handwerksmeister sanken auf das Niveau unselbstständiger Auftragsnehmer ab.

[zurück]