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Sonntag, 07.02.2010, 11:15 - 12:45 Uhr

Neo Rauch und das Phänomen der Leipziger Schule

Neo Rauch (*1960 in Leipzig) zählt zu den außergewöhnlichsten und am meisten diskutierten internationalen Künstlern unserer Zeit. Sein unverwechselbares Werk trägt surreale Züge und führt die Geschichte der gegenständlichen Malerei im 20. Jahrhundert, die mit Max Beckmann und Francis Bacon zentrale Orientierungsfiguren gefunden hat, in die Gegenwart fort. Sein Werk wird in einer gleichzeitig von April bis August 2010 in Leipzig und München gezeigten Retrospektive umfassend vorgestellt. Immer wieder taucht im Zusammenhang mit Neo Rauch der Begriff der „Leipziger Schule" auf.

Erste Ursprünge der sogenannten Leipziger Schule wurzeln in der Künstlerszene der Stadt in den 1960er Jahren. Bei der „alten" Leipziger Schule handelt es sich um einen kunstjournalistischen Begriff, der sich spätestens seit der Teilnahme von Werner Tübke, Wolfgang Mattheuer und Bernhard Heisig an der documenta 6 (1977) gefestigt hat. Alle drei studierten an der Leipziger Kunstakademie, der heutigen Hochschule für Grafik und Buchkunst, an der sie später als Professoren tätig waren.

Ihre Schüler, die Leipziger Malereiprofessoren Sighard Gille und Arno Rink, können als die zweite Generation der „Leipziger Schule" angesehen werden. Ihre unverwechselbare, eigenwillige Bildsprache machte Leipzig zu einem in der DDR beachteten Zentrum der bildenden Kunst und gelangten seit 2004 mit dem internationalen Erfolg einer Reihe von Schülern zu neuem Ansehen. Mit ihrer Arbeit legten sie so den Grundstein für die dritte Generation, die manchmal als Neue Leipziger Schule bezeichnet wird.

Maler wie Neo Rauch, David Schnell, Tilo Baumgärtel, Christoph Ruckhäberle, Aris Kalaizis und andere, die zuvor bei Gille und Rink studiert hatten und von diesen maßgeblich in ihrer Stilistik beeinflußt wurden, gelten - unter dem Stilbegriff Neue Leipziger Schule subsumiert - seit ihren spektakulären Markterfolgen, etwa in New York, als neue Stars des Kunstmarktes. Ihre Arbeiten zeichnen sich häufig durch eine Kombination aus figürlichen und abstrakten Elementen aus. Klare Botschaften, die für die „erste" Leipziger Maler-Generation noch charakteristisch waren, finden sich nicht mehr.

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