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Sonntag, 26.09.2010, 11:15 - 12:45 Uhr

Max Liebermann - Vom Salon in den Garten

Der 1847 geborene jüdische Maler Max Liebermann war der Kopf der Berliner Secession und wird als der führende Vertreter des deutschen Impressionismus bezeichnet.

Nach einem Studium an der Großherzöglich-sächsischen Kunstschule in Weimar und zahlreichen längeren Reisen und Aufenthalten in Paris, Barbizon und Amsterdam, fand Max Liebermann in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts seinen frühen Stil: Er malt realistisch und unsentimental, arbeitende Menschen, ohne herablassendes Mitleid oder verklärende Romantik, aber auch ohne anzuprangern.

Man akzeptiert diese Werke im Salon in Paris, in Deutschland verabscheut man den „Maler des Hässlichen".

Das Suchen nach dem eigenen Stil endet im Sommer 1880, als Liebermann beim Betrachten schwarzgekleideter Herren in Amsterdam seine „Erleuchtung" hat. „Es war, als ob jemand auf ebenem Wege vor sich hingeht und plötzlich auf eine Spiralfeder tritt, die ihn emporschnellt", sagte Liebermann im Sommer des Jahres 1880. Mit dem Effekt des durch ein Laubdach gefilterten Lichtes, der sich auf Personen und ihren Kleidungsstücken abzeichnet, kommt Liebermann zum impressionistischen Luminarismus, zu den Liebermann'schen Sonnenflecken, die ihn bis in sein Spätwerk im Garten am Wannsee begleiten.

Max Liebermann war 1884 endgültig nach Berlin zurückgekehrt und reiste immer wieder in die Niederlande, um sich hier der Freiheit der Malerei, des Lichtes und der Farbe widmen zu können. In den Werken die ab 1890 entstehen verlässt der Maler immer mehr das sozialkritische Milieu der Arbeitenden und widmet sich der Freizeitgesellschaft am Strand von Zandvoort und Laren.

Die Gründung der Berliner Vereinigung der XI 1892, war der Grundstein für die spätere Berliner Secession. Durch ihre ersten großen Ausstellungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, an denen auch die Secessionen Münchens, Stuttgarts und Darmstadts teilnahmen, wurde Berlin zur neuen Kunstmetropole. Über zehn Jahre, von 1898 bis 1911, war Max Liebermann der Präsident der Berliner Secession. Es war sein Verdienst, dass Berlin zur neuen Kunstmetropole aufstieg, dass sich hier die deutschen Impressionisten versammelten und dass hier die deutschen Expressionisten ab 1911 ihre Werke schufen.

Bereits 1909 hatte Liebermann ein Grundstück am Ufer des Wannsees erworben. Das „Schloß am See", wie er es bezeichnete, das er 1910 beziehen konnte, hatte er im Stil von Hamburger Patriziervillen errichten lassen. Besondere Freude bereitete ihm der große Garten, der von ihm und Alfred Lichtwark, dem Direktor der Hamburger Kunsthalle, entworfen wurde und als Sujet Eingang in zahlreiche seiner Spätwerke fand. Ähnlich wie bei Claude Monet, war es auch bei Max Liebermann der Garten, der den Künstler mit seinen verschiedenen Jahres- und Tageszeiten, wie auch den unterschiedlichen Lichtstimmungen, bis zum Ende seines Lebens in seinen Bann zog.

Der reife Maler Max Liebermann, der Präsident der Berliner Secession und Akademieprofessor, konnte mit nur wenigen Pinselstrichen sowohl in seinen niederländischen Strandbildern, wie auch in den Berliner  Wald- und Gartenwerken seine gesamten Emotionen verbildlichen.

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