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Sonntag, 04.03.2012, 11:15 - 12:45 Uhr

Malerinnen im Kreis der französischen Impressionisten

Der Impressionismus und die Frauen – vor dem geistigen Auge der Kunstkenner erscheinen wohlgeformte Akte in intimen Interieurs oder Damen unter Sonnenschirmen in lichtdurchfluteten Landschaften. Aber die „weibliche Seite“ des Impressionismus erschöpft sich nicht in den Frauen und Modellen, die Monet, Manet, Degas oder Renoir auf die Leinwand gebracht haben. Zu Unrecht werden die malenden Mitstreiterinnen dieser berühmten Künstler oft verschwiegen: Berthe Morisot, Mary Cassat, Eva Gonzalèz und Marie Bracquemond. Ihnen, denen 2008 erstmals eine eigene Ausstellung in Frankfurt und San Francisco gewidmet war, gilt das Hauptinteresse des Vortrags.

Der revolutionäre Schritt der Impressionisten heraus aus den Ateliers und Akademien hinein in das Sonnenlicht der Straßen, der städtischen Plätze und dörflichen Flusslandschaften, war für die beteiligten Frauen ein doppelter, denn im 19. Jahrhundert wurde ihnen im öffentlichen Raum kaum eigenständige Bewegungsfreiheit zugestanden. Wie ihre männlichen Kollegen wurden sie wegen ihrer Bilder, die das Flüchtige und Veränderliche der Welt mit kleinen Farbstrichen und Tupfen wiedergaben, angegriffen, zusätzlich mussten sie grundsätzlich um ihr Künstlertum kämpfen, das in der Öffentlichkeit und auch im Kollegen- und Familienkreis nicht immer anerkannt wurde.

Anhand charakteristischer Bilder beleuchtet der Vortrag Werk und Leben der vier Künstlerinnen: Eva Gonzalès (1849-1883), die einzige Schülerin Manets, die durch den Tod im Kindbett früh aus ihrer viel versprechenden Entwicklung herausgerissen wird; Marie Bracquemond (1841-1916), die nach drei Jahrzehnten dem Druck des eifersüchtigen Ehemannes nachgibt und aufhört zu malen; Berthe Morisot (1841-1895), die - aus liberalem Elternhaus stammend und mit dem Bruder Edouard Manets verheiratet - die besten Voraussetzungen für eine Karriere als Künstlerin mitbringt und es auch schafft, Familie und Mutterschaft mit dem Beruf der Malerin zu verbinden; und schließlich Mary Cassatt (1844-1926), die Amerikanerin, die in Paris zu den Impressionisten stößt und selbstbewusst und unkonventionell ihren künstlerischen Weg geht, in dem der Impressionismus nur eine Etappe ist.

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