Sie sind hier:

Veranstaltungen > Kloster Knechtsteden, Zons und die römischen Ausgrabungen in der Urdenbacher 'Kämpe'

Samstag, 13.07.2013, 08:30 - 19:00 Uhr

Kloster Knechtsteden, Zons und die römischen Ausgrabungen in der Urdenbacher 'Kämpe'

Das ehemalige Prämonstratenser Kloster ist eine bedeutende romanische Gewölbebasilika, gestiftet 1138. Der relativ kurzen Bauzeit verdankt die heutige Pfarrkirche 'St. Maria und St. Andreas' ihre bauliche Einheit, bis auf die Ostapsis, die nach Zerstörung in der „Neußer Fehde“ (1474–1477) in einfachen gotischen Formen unter Verwendung des erhaltenen romanischen Mauerwerks wieder aufgebaut wurde. Der Grundriss und die ältesten Gebäudeteile stehen in der Tradition rheinischer Kirchenbauten der Stauferzeit (etwa Maria Laach und Kloster Steinfeld). Die qualitätvolle Ausgestaltung der Kapitellplastik ist gewissermaßen ein Katalog der seit Mitte des 12. Jh. am Niederrhein ausgebildeten Schmuckformen. Teile des Wandgemäldes der Ostapsis wurden wiederentdeckt und restauriert. Aber auch weitere Kostbarkeiten aus der Gründungszeit sind erhalten, wie auch Teile des Kreuzgangs.

 

Nach der Mittagspause im „Klosterhof“: Weiterfahrt nach Zons mit Führung durch den Denkmalpfleger der Stadt. Die kleine, in der Gesamtanlage vollständig erhaltene Stadt wurde 1372–1400 von Erzbischof Friedrich v. Saarwerden als Kölnische Zollstadt angelegt, nachdem im 13./14. Jh. der Rhein bei Neuss (der bisherigen Zollstadt) sein Bett so weit nach Osten verlagert hatte, dass die dortige Zollstelle den Schiffsverkehr nicht mehr unter Kontrolle hatte. Es entstand eine kleine Stadtfestung in regelmäßigem Rechteck, ringsum von Mauern umgeben (300 x 250 m) und mit Wehrgängen, Wachhäusern und Toren gesichert. In der südöstlichen Ecke der Stadt, ursprünglich unmittelbar am Rhein, liegt die Burg Friedestrom.

 

Weiterfahrt nach Urdenbach: Dass man rechtsrheinisch auf Spuren römischen Lebens trifft, ist an sich schon eine Besonderheit. Das Rheinland war von 50 vor Ch. bis etwa 450 nach Ch. ein Teil des römischen Weltreiches. Doch die römischen Provinzen lagen immer auf der linken Rheinseite. Der Fluss galt als natürliche Grenze zum rechtsrheinischen Reich der Germanen. Bei einem starken Hochwasser im Jahre 1374 geschah es, dass sich das auf den Fundamenten eines römischen Militärkastells erbaute Haus Bürgel plötzlich auf der rechten Rheinseite wiederfand – in der heutigen Urdenbacher Kämpe.

Entstanden ist das Römerkastell im 4. Jh., zur Regierungszeit von Kaiser Konstantin dem Großen (306–337). Mit seinen 12 Türmen und zwei Toren diente das 64x64 m große massive Bauwerk zur Grenzsicherung. Rund 150 Soldaten mit ihren Familien lebten damals in dem Militärkastell. Ihr Alltagsleben dokumentieren ausgewählte Funde im archäologischen Museum „Bürgel.“ (Führung durch Mitarbeiter des Museums).

 

[zurück]