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Sonntag, 27.02.2011, 11:15 - 12:45 Uhr

Henri Matisse - Der Maler "des Gleichgewichtes, der Reinheit und der Ruhe"

Henri Matisse (1869–1954) ging zeitlebens aufs Ganze. Für die Malerei gab er seine Anstellung als Jurist auf, verzichtete er über viele Jahre für sich und seine Familie auf jede finanzielle Sicherheit, litt er existentielle Nöte. Vor allem aber ging er innerhalb seines künstlerischen Werkes nie den sicheren Weg: Konnte er in einer Konsolidierungsphase erste Erfolge und Verkäufe verzeichnen, erfolgte häufig gerade dann ein neuerlicher Stilwechsel mit unabsehbaren Konsequenzen. Die ständige (Weiter-)Entwicklung seiner Gestaltungsmöglichkeiten reicht schließlich bis zu den ungeheuer modernen Scherenschnitten, die während langer Krankheitsphasen entstandenen und sein beeindruckendes Alterswerk auszeichnen.

Anregungen suchte und fand er sowohl bei den Alten Meistern, als auch in der afrikanischen und islamischen Kunst, im volkstümlichen Kunstgewerbe und barocken Dekorationstextilien, in der Fotografie und Bildpostkarten. All dies verarbeitete er in großer kreativer Freiheit. Bis heute gilt Matisse deshalb zu Recht als einer der ganz großen Künstler seiner Epoche.

Seine Gemälde markieren weltweit die Glanzlichter der großen Sammlungen, Ausstellungen seiner Arbeiten stoßen nach wie vor auf ein überwältigendes Publikumsinteresse. Dennoch ist es gar nicht so einfach zu beschreiben, was seine Kunst eigentlich auszeichnet. Matisse formulierte es selbst so, dass es ihm darum ginge „eine Kunst des Gleichgewichts, der Reinheit und der Ruhe“ zu entwickeln. Vor dem Hintergrund dieser Formulierung wird sich der Vortrag beispielhaft mit seinen Bildfindungen auseinandersetzen, wird das kunsthistorische Umfeld seiner Zeit ausleuchten und auch den kritischen Anfragen an seine Malerei nachgehen. Schon Max Liebermann hatte Matisse vorgeworfen „dekorativ“ zu sein, ja „Tapetenmalerei“ zu produzieren. Wie lässt sich seine Kunst also heute verstehen und genießen?

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