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Sonntag, 14.03.2010, 11:15 - 12:45 Uhr

Doppelt Codiert: Die Postmoderne als Kunsthistorische Epoche

In der Nachschrift zu Der Name der Rose (1986) charakterisiert Umberto Eco sehr anschaulich die Postmoderne als „Zeitalter der verlorenen Unschuld". Er meint damit das Bewußtsein, daß spätestens seit den 1980er Jahren Neuheit bzw. Innovation bezogen auf die kulturellen Gattungen kaum noch möglich ist. In der bildenden Kunst zeigt sich dies unter anderem an Kunststilen wie Appropriation Art (Iterativismus), Neoexpressionismus, Neo Geo und Ransavanguardia (Arte Chifra). Diesen Kunststilen ist gemein, daß sie auf unterschiedliche Art und Weise mit Kopien, Kontaminationen, Wiederholungen und Zitaten arbeiten. Dieses Phänomen, das sich gleichermaßen in Architektur, Musik und Literatur beobachten läßt, bezeichnet der amerikanische Architekturtheoretiker Charles Jencks als „doppelten Code", als „Kombination moderner Techniken mit etwas anderem".

Obwohl ein Werbespot der Automobilindustrie erst 2007 das 'postmoderne Lebensgefühl' (und damit den postmodernen Kunden) entdeckt, liegt die Postmoderne als kunstgeschichtliche Epoche bereits komplett in der Vergangenheit und bietet sich als Betrachtungsfeld an: Wie unterscheidet sie sich von der Klassischen Moderne, wo liegen ihre Wurzeln, welche Merkmale und Strategien lassen sich beobachten, welche Künstler und Werke ihr zuordnen?

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