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Sonntag, 07.03.2010, 11:15 - 12:45 Uhr

Die Völkerwanderung - oder warum antike Völker wanderten

Gemessen an den archäologischen Funden ist das 4. bis 6. nachchristliche Jahrhundert ein Goldenes Zeitalter. Noch nie waren die Garbbeigaben in Europa so kostbar und reichhaltig und nie wurde der europäischen Erde soviel Edelmetall anvertraut wie in dieser Epoche, die in der Geschichtswissenschaft germanische Völkerwanderungszeit heißt.

Zeitzeugen dieser Epoche strafen diesen schönen Schein Lügen. Europa brannte. Ausgelöst wurde dieser Flächenbrand durch zwei unglückliche Faktoren: Die militärische Schwächung des Römischen Reiches durch innenpolitische Querelen und dem Einfall der Hunnen in das Ostgotenreich im Jahre 375 n.Chr., was eine Fluchtbewegung der Ostgermanen in Richtung Westen auslöste. „Gleich einem Wirbelsturm aus hohen Bergen", so ein spätantiker Historiker, seien die Hunnen in Europa eingebrochen. Berühmt berüchtigt war ihr König Attila, dessen Eroberungsdrang erst auf den Katalaunischen Feldern in der Champagne 451 n.Chr. Einhalt geboten werden konnte. Sein Schreckensname „Geißel Gottes" läßt vermuten, wie das spätantike Europa unter dem Hunnensturm zu leiden hatte.

Nachdem die Hunnengefahr gebannt war, kamen die germanischen Invasoren noch über 100 Jahre lang nicht zur Ruhe. Die letzten Germanen, die sich auf dem Gebiet des ehemaligen Imperium Romanum einrichteten, waren die Langobarden. Ihr Einmarsch in Oberitalien im Jahr 568 n.Chr. sehen Historiker als das Ende der germanischen Völkerwanderung an.

Der Schwerpunkt des Vortrags liegt auf der oben geschilderten Epoche. Doch soll ein Blick auf Migrationsbewegungen vorangegangener Zeiten verdeutlichen, daß es zu allen Zeiten Völkerwanderungen gab.

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