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Samstag, 02.02.2013

Ausschnitt, Ecclesia-Sancti-Severini-et-Porta-Sancti-Severini-Colonia, aus dem Haolzschnitt "Große Ansicht von Köln" von Anton Woensam (1490-1541)

Die Kölner Kirche Sankt Severin

Die Kirche St. Severin (13.–15. Jh.) ist eine der ältesten und bedeutendsten Kirchen Kölns mit einer komplizierten Baugeschichte. Sie hat sechs Vorgängerbauten (4.–11. Jh.), von denen ausgegrabene Teile unter dem Mittelschiff zu besichtigen sind. Die erste Kirche wurde von dem dritten Kölner Erzbischof Severin zu Ehren der Heiligen Cornelius und Cyprianus auf einem römischen Friedhof errichtet. Die heutige Kirche vereinigt romanische und gotische Elemente: Ein hohes Schiff mit gotischen Arkaden, Fenstern, gotischem Westturm und gotischem Maßwerk. Im Chorbereich innen und außen ist jedoch die Romanik unverkennbar: Rundbögen, Rosettenfenster, Zwerggalerie, Hallenkrypta. Im Chor befindet sich auch der sog. Severins-Schrein aus dem 19. Jh., der eine hölzerne mittelalterliche Reliquienlade enthält. Sensationell sind die Funde, die ein Wissenschaftlerteam mit Frau Prof. Sabine Schrenk 1999 bei der Öffnung dieser Reliquienlade machte: Diese war mit kostbarem Seidenstoff ausgeschlagen; die Gebeine waren mit acht unglaublich gut erhaltenen, leuchtenden Seiden- und Leinentüchern umwickelt. Als Muster finden sich u.a. Rauten, Kassetten, Herzchen, Perlhühner und Hähne. Das älteste Stofffragment stammt aus dem 4./5. Jh., die übrigen aus dem 7.–10. Jh.. Bei der Datierung spielen nicht nur die Radiokarbonmethode, die Jahresring-Analyse, sondern auch in der Lade vorgefundenen Mäuseknöchelchen eine Rolle. Die wunderbaren, restaurierten Stoffe sind inzwischen wissenschaftlich erforscht, in einer Publikation dokumentiert und in der Kirche zu besichtigen. Zu betrachten sind auch die Tafeln mit der Legende des Heiligen Severin im südlichen und nördlichen Querschiff, die der sog. Meister von Sankt Severin um 1550 gemalt hat.

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