Sie sind hier:

Veranstaltungen > „Der Schatten der Avantgarde“ - Rousseau und die vergessenen Meister

„Der Schatten der Avantgarde“ - Rousseau und die vergessenen Meister

1928 stellt der deutsche Kunsthändler Wilhelm von Uhde eine Gruppe von ihm entdeckter und zum ersten Mal mit dem Begriff „naiv“ bezeichneter Maler unter dem Titel Maler des Heiligen Herzens (Peintres du Coeur sacré) in Paris aus. Unter ihnen befinden sich u. a. der inzwischen international bekannte Zöllner Henri Rousseau, der Gärtner André Bauchant, die Putzfrau Séraphine Louis, aber auch ein Postbeamter und ein Zirkusathlet. Bereits am Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Werke der Autodidakten mit ihrer Intensität und Energie wichtige Inspirationsquellen für die Künstler der Avantgarde wie Picasso und viele andere. 1955 werden sie in das Ausstellungskonzept der 1. Documenta in Kassel einbezogen.

 

In einer umfassenden, von Kasper König und Falk Wolf kuratierten Ausstellung stellt das Museum Folkwang die Werke „Naiver Kunst“ und auch solcher der „Outsider-Kunst“ wie der des Mexikaners Martín Ramírez und des amerikanischen Landarbeiters Bill Traylor denen moderner und zeitgenössischer Kunst gegenüber. Der Bogen reicht von Honoré Daumier über Paul Gauguin und Pablo Picasso bis Blinky Palermo und Mike Kelley. Dabei ergeben sich spannende neue Einblicke in die Entwicklungsgeschichte der Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts. (Bärbel Messing)

Fotos: Henri Rousseau, Le lion, ayant faim, se jette sur l‘antilope, 1905, Öl auf Leinwand, 201 x 301,5 cm
© Fondation Beyeler, Riehen/Basel, Foto: Robert Bayer

Paula Modersohn-Becker, Selbstbildnis mit Kamelienzweig, 1906/1907, Öl auf Holz, 61,5 x 30,5 cm, © Foto: Museum Folkwang, Essen

[zurück]