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Samstag, 11.01.2014, 08:30 - 18:30 Uhr

"Berliner Impressionisten" im Käthe-Kollwitz-Museum

Aus Protest gegen die reaktionäre Kunstpolitik Kaiser Wilhelm II. und der „Königlichen Akademie der Künste“ organisierten sich in Berlin zahlreiche Maler und Bildhauer in Künstlergruppen und distanzierten sich damit vom jährlich stattfindenden offiziellen Salon, der „Großen Berliner Kunstausstellung“. Eine der bedeutendsten Vereinigungen, die „Berliner Secession“ wurde 1898 gegründet. Auf Anregung von Walter Leistikow schlossen sich 60 bildende Künstler zur Ausrichtung eigener kleinerer Ausstellungen zusammen. Die bekanntesten waren Max Liebermann, Lovis Corinth, Max Slevogt und ab 1901 auch Käthe Kollwitz. Für eine Zulassung war allein die Stärke des individuellen Ausdrucks entscheidend. Trotzdem ist ein gemeinsamer ‚Secessionstil’ auszumachen. Die meisten der damals gezeigten Werke zeugen vom Einfluss impressionistischer Kunstauffassungen, jedoch weniger radikal in Farbgebung und Formauflösung als in Frankreich und mit einer dunkleren, weniger strahlenden Farbigkeit stärker dem Gegenstand verhaftet. Thematisch spiegeln die Werke facettenreich das neu erwachte Interesse vieler Künstler an der Auseinandersetzung mit dem Alltagsleben wider. Es dominieren Motive des privaten Lebens: Gärten und Parks, Strandszenen, Porträts des gehobenen Bürgertums, Häuser und Interieurs, Straßenansichten und Vergnügungsstätten.

Präsentiert werden 64 Werke aus der Nationalgalerie Berlin, u.a. von Max Liebermann, Lovis Corinth, Max Slevogt, Lesser Ury, Walter Leistikow, Wilhelm Trübner, Dora Hitz, Maria Slavona und Eugen Spiro.


Nach einer guten Mittagspause erwartet uns eine Führung um und durch die romanische Kirche „St. Aposteln“ am Neumarkt, dem Museum gegenüber. Die Führung übernimmt Dr. Jörg Baumgarten: Unter den 12 erhaltenen romanischen Kirchen Kölns ist St. Aposteln – dank seiner Lage unmittelbar am großräumigen Neumarkt – für jeden vom Dom durch Hohestraße und Schildergasse kommenden Besucher der Stadt ein architektonischer Blickfang ganz besonderer Art. Der dreiapsidiale östliche Chorabschluss vermittelt mit Flankentürmen, Vierungskuppel, der zierlichen, darauf postierten achteckigen Laterne, ähnlich einem Reliquiar, und der Leichtigkeit der umlaufenden Zwerchgalerie einen großartigen Eindruck der spätromanischen Baukunst im Rheinland. Bedingt durch die Vorgängerbauten, die außerhalb der auch im Mittelalter noch existenten Römermauer hier errichtet wurden, lässt sich unter dem mächtigen, altertümlich wirkenden Turm auch die ehemalige, nach Westen weisende Apsis über der Krypta erklären. Trotz schwerer Kriegsschäden bietet die Pfeilerbasilika des früheren Chorherrenstiftes zu St. Aposteln, auch mit den heiß umstrittenen modernen Wandmalereien, ein hervorragendes Beispiel von behutsamem Umgang mit ehrwürdiger historischer Substanz.

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