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Sonntag, 15.04.2018, 11:15 - 12:45 Uhr

Rubens: Maler, Erfinder, Diplomat

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Peter Paul Rubens, Selbstporträt, um 1638, Öl auf Leinwand, Kunsthistorisches Museum Wien, © KHM Museumsverband

Peter Paul Rubens, als Sohn eines protestantischen Glaubensflüchtlings 1577 im Siegener Exil geboren, macht eine der bemerkenswertesten Karrieren der Kunstgeschichte. So wird er nicht nur zum ersten Vertreter der Barockmalerei nördlich der Alpen und damit wegweisend für seine mitteleuropäischen Kollegen, sondern mit seinem Werk auch zur ästhetischen Speerspitze der katholischen Gegenreformation.

Die Anregungen für seine revolutionär neuen Bilderfindungen bringt er nicht nur von seinem frühen Italienaufenthalt 1600-1608 mit nach Antwerpen. Durch seine Tätigkeit als in ganz Europa geschätzter Diplomat hat er Zugang zu den großartigen herrschaftlichen Sammlungen antiker Kunst und zu herausragenden Werken seiner eigenen Zeit. Die berühmten Werke unterschiedlichster Epochen verwandelt er sich zunächst in detailgetreuen Zeichnungen an, um mit ihrer Hilfe zum „Erfinder“ neuartiger Bildelemente zu werden. Seine diplomatischen und künstlerischen Aktivitäten ergänzen sich perfekt, und er erwirbt höchsten internationalen Ruhm, was ihm immer wieder bedeutende Aufträge einbringt.

Er gründet eine perfekt durchorganisierte große Werkstatt, die es ihm erlaubt, die Ausführung der Werke nach seinen Entwürfen in die Hände der von ihm ausgebildeten Mitarbeiter zu legen, während er in diplomatischer Mission unterwegs ist. Als geschickter moderner Kunst-Unternehmer versteht er es, auch unter Einsatz der drucktechnischen Möglichkeiten seiner Zeit, seinen Einfluss in ganz Europa zu verbreiten. (Bärbel Messing)

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