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Sonntag, 26.03.2017

Wilhelm von Rennenberg, Amtmann in Kempen während der Reformationszeit

Die Reformation in Kempen und am Niederrhein - Akteure, Ereignisse und Probleme

Das Rheinland gehörte gewiss nicht zur den Kerngebieten der Reformation des 16. Jahrhunderts. Die keineswegs außergewöhnliche Parzellierung der Region in kleinere Herrschaftsgebiete, deren meist adlige Obrigkeiten mehr oder minder ausgeprägte Autonomie besaßen, bildete jedoch auch hier die Voraussetzung für Entwicklungen im Sinne der evangelischen Bewegung. An diesen war eine große Bandbreite adliger, kirchlicher und bürgerlicher Akteure beteiligt, die in den Quellen aus erklärlichen Gründen aber weniger prominent hervortreten als etwa in den großen protestantischen Territorien wie Sachsen oder Württemberg.
 
Kempen war als Landstadt eines geistlichen Staates – des Erzstifts Köln – zwar grundsätzlich zum Verbleib beim alten, katholischen Glauben verpflichtet. Der spektakuläre Reformationsversuch des Kölner Erzbischofs Hermann von Wied ab 1542 eröffnete der Stadt jedoch einen bislang unbekannten Spielraum zur Einflussnahme auf die kirchlichen Verhältnisse vor Ort. Aus der Art und Weise der Aneignung der ‚neuen Lehre‘ durch einen beträchtlichen Teil der Einwohnerschaft ist zu schließen, dass in kirchlicher, sozialer und politischer Hinsicht auch in Kempen ein Nährboden für die Aufnahme der Reformation bestand.
 
Der Vortrag rekapituliert die Voraussetzungen und Ereignisse der Reformation in der Stadt und stellt sie in den regionalen Zusammenhang der niederrheinischen Geschichte im 16. Jahrhundert.

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