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Sonntag, 05.03.2017

Maria Sibylla Merian – Zum 300. Todestag der Malerin und Naturforscherin

Alleinerziehende Mutter, naturwissenschaftliche Forscherin und Entdeckungsreisende in Südamerika vor 300 Jahren? Genau dies kennzeichnet die Malerin und Naturforscherin Maria Sibylla Merian.

Als Tochter des Kupferstechers und Verlegers Matthäus Merian d.Ä. wächst die 1647 geborene Maria Sibylla in einer kosmopolitischen und künstlerisch gebildeten Familie auf. Früh beginnt sie ihre eigene Ausbildung und entwickelt großes Interesse an Insekten. 1675 erscheint ihr erstes Buch, dessen Blumenmotive als Stickvorlagen konzipiert waren. Nach 20 Jahren Ehe trennt sie sich von ihrem Mann und zieht mit den beiden Töchtern in eine religiöse Gemeinschaft nach Friesland, später nach Amsterdam. Als Malerin anerkannt, erhält sie Zugang zu privaten botanischen und zoologischen Sammlungen. Ihre Idee, die exotische Tier- und Pflanzenwelt der Kolonien selber zu erforschen, setzt sie konsequent um. 1699 geht sie mit 52 Jahren, nur begleitet von Tochter Dorothea, auf eine zweijährige, selbst finanzierte Expedition nach Surinam. Zurück in Amsterdam entsteht ihr vielbeachtetes Hauptwerk über die Metamorphose der Insekten. Spätere Biologen kritisierten zwar ihre fehlende systematische Einordnung der Spezies. Ihr Verdienst jedoch bestand in der neuartigen Verbindung von Tier und Pflanze. Ihre Darstellung von Insekten auf ihren Futterpflanzen war so präzise, dass sogar Carl von Linné ihre Abbildungen für seine Arbeit nutzte. Ihr Name steht auch heute noch für ein selbstbestimmtes, ungewöhnliches Leben.

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