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Tagesfahrt nach Kleve zur Ausstellung „Hendrick Goltzius & Pia Fries: Proteus und Polymorphia“ im Museum Kurhaus und Besuch von Stiftskirche und Schwanenburg

 

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Henrick Goltzius, Herkules Farnese, um 1596, Kupferstich, Museum Kurhaus Kleve, Slg. Robert Angerhausen, Foto: Annegret Gossens

Die international renommierte Malerin Pia Fries (*1955 in Beromünster, Schweiz) war 1997 die erste Künstlerin, die eine Einzelausstellung im Museum Kurhaus Kleve erhielt. Bereits damals zeichneten ihr OEuvre dezidierte Bezüge zur Malereigeschichte aus. Punktgenau zum zwanzigjährigen Jubiläum des Museums kehrt sie zurück, um ihr neuestes malerisches Werk, das sich seit 2010 intensiv mit Hendrick Goltzius beschäftigt, in eine sinnfällige Synthese mit seinen hochkomplexen Bildschöpfungen zu setzen.

Hendrick Goltzius gehört zu den bedeutendsten Kupferstechern, Zeichnern und Malern seiner Zeit. Bereits zu Lebzeiten erhielt er für seine stilistische Raffinesse und technische Brillanz vereinigende Kupferstichkunst bemerkenswerte Würdigungen und Renommee. Als geschäftstüchtiger Verleger war er auf internationaler Bühne tätig und avancierte durch die massenmediale Verbreitung seiner Werke zum Katalysator bedeutender künstlerischer Innovationen des ausgehenden 16. Jahrhunderts.

In seinen Werken bewies Goltzius unnachahmliche Virtuosität und Wandlungsfähigkeit. Karel van Mander (1548-1606), der holländische Künstlerbiograph und Weggefährte, bezeichnete ihn in seinem Schilderboek 1604 einen Proteus der Kunst, der fähig war, „sich in jeden Stil hineinzufinden“. Goltzius’ Oeuvre setzt sich demnach aus einer verblüffenden Synthese aus Eigenem und Fremdem, aus Neuem und Altem, aus der Kunst des Nordens und der des Südens zusammen. Mit Werken wie den sogenannten Meisterstichen, sechs Szenen aus dem Leben Mariens, die in der Manier von Albrecht Dürer, Lucas van Leyden oder Parmigianino gestochen waren, bewies Goltzius eine chamäleonartige Aneignungsfähigkeit von Stilen und Techniken, die mit der Nachahmung stets das Übertreffen der Vorbilder zum Zwecke hatte. In seiner regelrechten Verwandlungskunst präsentiert sich Goltzius als ein die Kunstgeschichte vollumfänglich reflektierender Künstler, der sich erst hinter den Werken anderer zum Verschwinden bringt, um schließlich als vollendeter Könner aus ihrem Schatten hervorzutreten. (Valentina Vlašić)

Nach dem Besuch der Ausstellung im Museum Kurhaus werden wir die Stiftskirche St. Mariae Himmelfahrt und die Schwannenburg besuchen.

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