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Sonntag, 03.09.2017, 11:15 - 12:45 Uhr

Blick in die alte Schulstraße Kempen, Foto: Städt. Kramer-Museum, Kempen

Fast verschwunden - Fachwerk am Niederrhein

 

Nicht allein Feuersbrünste und Kriege der letzten Jahrhunderte haben das bauliche Erscheinungsbild unserer Städte und Dörfer sowie die Bauten auf dem Land verändert, nachhaltig geprägt wurde die Architekturlandschaft durch die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts mit der Entwicklung und der Verwendung neuer Baustoffe wie Zement, Stahl, Glas usw. Die nach dem 2. Weltkrieg in vielen Städten vollzogenen Flächensanierungen trugen weiter dazu bei, dass die meisten Stadtkerne nichts mehr mit dem Aussehen der Vorkriegszeit zu tun haben. Die Modernisierung von Gebäuden schreitet besonders auch im Zuge der Energiesparmaßnahmen weiter voran, Dämmstoffe und Solardächer haben ganze Landschaften neu geprägt.

Fast nur noch im „Häuserzoo“ (sprich: Freilichtmuseum) ist das zu sehen, was über Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende die Grundlage für unsere Wohnbehausungen und Wirtschaftsgebäude gebildet hat, nämlich die Baumaterialien, die die Natur dem Menschen zur Verfügung stellte: Holz und Lehm, aber auch Stroh und andere organische Materialien, in geringerem Maße am Niederrhein Natursteine waren die Stoffe, aus denen die Häuser bis weit in das 19. Jahrhundert gebaut wurden. Zu den frühesten „künstlichen“ Materialien gehörten das Glas für die Fenster und geschmiedetes Eisen für Beschläge und Nägel.

Reste historischer Konstruktionen sind hier und da erhalten geblieben. Die Denkmalpflege und Hausbesitzer, die den Wert ihrer Häuser schätzen, sind bemüht, alte Gebäude und alte Bausubstanz der Nachwelt zu erhalten und damit zu leben, so wie es Generationen davor getan haben. Vielfach kann man aber mit den alten Techniken heute nichts mehr anfangen. Holz und Lehm sperren sich gegen statische Berechnungen, mit Stahl, Beton und anderen modernen Baustoffen lässt sich offenbar schneller und kostengünstiger bauen.

 

Der Vortrag verfolgt die Spuren historischer Architektur und Baustoffe am Niederrhein, wobei ein Schwerpunkt auf der Betrachtung von Häusern in Kempen liegt. (Christoph Dautermann)

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