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Lucas Cranch d.Ä., Hl. Hieronymus, um 1515, Sammlung Peréz Simón, Mexico, Foto: Arturo Piena

Cranach - ein erfolgreicher Familienbetrieb der frühen Neuzeit

Der um 1475 im fränkischen Kronach als Sohn eines Malers geborene Lucas Cranach der Ältere war der bedeutendste und vielseitigste Künstler einer Familie, in der das Malerhandwerk nebst der Werkstatt von Sohn, Enkel und Urenkel bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts fortgeführt wurde.

Während seiner Wanderjahre verbrachte er am Beginn des 16. Jahrhunderts u. a. eine längere Zeit in Wien. Anschließend ließ er sich 1505 in Wittenberg nieder, wo er eine Stelle als Hofmaler des sächsischen Kurfürsten Friedrichs des Weisen erhielt, die er auch unter dessen Nachfolgern innehatte. Neben Portraits seiner Dienstherren hatte er für die Ausstattung von Kirchen und Schlössern mit Gemälden zu sorgen, Buchschmuck, Vergoldungen und Entwürfe für Feste und Zierrat anzufertigen.

Daneben gelang ihm noch eine beispiellose Karriere als Maler, Grafiker, Verleger, Buch- und Papierhändler, Kunsthändler, Ratsmitglied, Kämmerer, Bürgermeister und Diplomat. Möglich war ihm dies nicht zuletzt durch die perfekte Organisation seiner großen Werkstatt, in der neben seinen Söhnen eine große Schar von Gesellen und Lehrlingen nach seinen genauen Vorgaben arbeiteten, und die allein ca. 5000 Gemälde hinterließ. Damit war Cranach der Ältere einer der ersten modernen Unternehmer im Kunst- und Kulturbetrieb. Zu seinen Auftraggebern gehörten sowohl katholische Bischöfe wie auch die Reformatoren Melanchthon und Luther, dessen Trauzeuge Cranach sogar war.

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