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Tag der Archive in der Burg

Auch das Kreisarchiv beteiligt sich am Wochenende des 3. und 4. März am 9. Tag der Archive, den der Verband der Archive in diesem Jahr zum Thema "Demokratie und Bürgerrechte" durchführt. Das Kreisarchiv in der Kempener Burg, das ja auch das Stadtarchiv Kempen umfasst, wird am 3 März von 10 bis 16 Uhr geöffnet sein und u.a. Magazinführungen durchführen. Wie man beschädigte Archivalien restaurieren kann, wird genauso gezeigt, wie in die genealogische Recherche und die Benutzung der Findmittel eingeführt wird. Eine kleine Ausstellung zum Thema "Demokratie und Bürgerrechte" aus den Beständen des Kreisarchives runden das Angebot ab.

Da das Archiv, vor allem das Kempener Stadtarchiv,  in den vergangenen Monaten stark im Fokus der Öffentlichkeit gestanden hat, ist dies eine gute Gelegenehit für die Bürger, sich über die Arbeitsweise des Archivs zu informieren und dabei gleichzeitig auch die Räume der Burg von ihnen in Augenschein zu nehmen. Am 4. März öffnet dann das Stadtarchiv Viersen, das nun ja auch zum Kreisarchiv gehört, seine Türen (gedo)

Neuer Vorstand gewählt

Auf unserer Mitgliederversammlung am 20. Januar 2018 wurde turnusgemäß ein neuer Vorstand gewählt. Unsere bisherige Vorsitzende Ute Lueb trat nach vier Jahren erfolgreicher Arbeit nicht mehr an. Auch Dr. Gerhard Rehm, der ehemalige Leiter des Kreisarchivs, und Eva Scheuss standen für eine weitere Arbeit im Vorstand nicht mehr zur Verfügung.
Zur neuen Vorsitzenden wurde die bisherige Beisitzerin Dr. Ina Germes-Dohmen in Abwesenheit gewählt. Sie wurde durch Dr. Elisabeth Friese vorgestellt, da sich Germes-Dohmen auf einer Fernreise befand. Ihre Bereitschaft zur Kandidtarur hatte sie vorher schriftlich mitgeteilt. Im Amt bestätigt wurde Kulturamtsleiterin Dr. Elisabeth Friese als Stellvertreterin. Der bisherigen Beisitzerin Eva-Maria Willemsen wurde von der Versammlung die Aufgabe der Schriftführerin übertragen, neuer Kassenwart wurde Roger Gansekow, der diese Funktion von Fritz Dettmer übernahm, der als Beisitzer weiter im Vorstand mitarbeiten wird. Als weitere Beisitzer wurden Dr. Michael Habersack, der neue Leiter des Kreis- und Stadtarchivs, Ursula Kurth und Dr. Ingeborg Unger gewählt.

Den Bericht der Rheinischen Post zur Mitgliederversammlung, dem Bericht der scheidenden Vorsitzenden wie auch dem Vortrag von Dr. Elisabeth Friese zu den wiedergekehrten Altarfiguren der Kempener Propsteikirche finden Sie hier http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kempen/germes-dohmen-fuehrt-jetzt-den-geschichtsverein-aid-1.7365107

Campunni 1/2018 erschienen

Unsere Mitgliederzeitschrift Campunni für das 1. Halbjahr 2018/Heft 53 ist den Mitgliedern zugestellt worden. Sie enthält das Programm und die Mitteilungen des Vereins. Zum Download steht die Zeitung hier bereit.

Vortrag zum Archivwesen und Markt der Möglichkeiten

dateien/aktuelles/events/2017/Vortrag Habersack.jpgAm Sonntag, dem 19. November, war ein ereignisreicher Tag für unseren Verein. Am Morgen hielt Dr. Michael Habersack einen Vortrag im Kramer-Museum zum Archivwesen in Kempen. Habersack ist seit September der neue Leiter des Kreisarchivs und damit auch der zuständige Archivar für Kempen. Sein Vortrag erläuterte zum einen die Geschichte des Archivwesens im Allgemeinen und ging auf die Probleme und Schwerpunkte des Archivierens ein, zum anderen referierte er zum Archivwesen in der Thomasstadt. Er erinnerte an verdiente Referendare, an diverse Archivstandorte (Rathaus, Kuhtor) und an die Verbindung von Geschichts- und Altertumsverein und Archiv.

 

 

 

 

Parallel begann auch der Markt der Möglichkeiten im Rathaus. Viele Interessierte erkundigten sich dort bei den Vorstandsmitgliedern nach dem Ziel und Zweck unseres Vereins und unseren Fahrten und Vorträgen. Es gab sogar Neueintritte! Kinder konnten bei uns mit Tinte und Feder eine Bürgerurkunde ausfüllen und diese auch siegeln.

 

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Mahnende Worte einer Zeitzeugin

dateien/aktuelles/events/2017/9.11.2017 Gedenken mit Frau de Vries.jpg

Edith Devries sprach am Mahnmal auf der Umstraße. Foto: J. Caniceus

 

Edith Devries ist 82 Jahre alt, sie hat den Holocaust überlebt und die Deportation nach Theresienstadt  - und sie sprach am Donnerstag bei der Gedenkfeier zur Pogromnacht auf Einladung unseres Vereins am Mahnmal auf der Umstraße.

An den 9. November 1938 kann sich Edith Devries nicht erinnern, da war sie noch zu klein, das kennt sie nur aus den Berichten ihrer Eltern. Aber an die Deportation 1942 erinnert sie sich sehr gut und auch, dass sie im Zug ihre drei geliebten Puppen verlor. Das war für das kleine Mädchen zunächst das Schlimmste. Doch in Theresienstadt hatte sie auch keine Spielkameraden. „Damit endetet meine Kindheit“. Ihre Eltern versuchten das Mädchen zu verstecken, damit sie nicht wie die anderen Kinder ins Kinderheim gesteckt würde und von dort aus in die Gaskammern. Doch trotz aller Heimlichkeit versuchte das Kind im Lager Essbares zu organisieren, um den Eltern zu helfen. Der Vater, schwer verletzt und beinamputiert, ein echter aufrechter Deutscher, wie die Tochter ihn bezeichnete, verstand die Welt nicht mehr, dass er jetzt verfolgt wurde, wo er doch für sein Land alles gegeben und dafür sogar geehrt worden war.

Edith Devries berichtete auch von dem Transport von Weeze zum Schlachthof in Düsseldorf-Dehrendorf. Dort wurden auch die Kempener Juden hingebracht. Und das Wort Schlachthof ließ die vielen Kempener Zuschauern erschauern, angesichts des Schrecklichen, was dort für die Juden begann.

Die alte Frau mahnte eindrücklich, Achtung vor den Mitmenschen zu haben, hinzuschauen, hinzuhören und zu helfen, dies seien auch und gerade in der heutigen Zeit sehr wichtige Aufgaben. Sie werde so oft gefragt, warum sie in ihrem Alter immer noch auf Veranstaltungen wie der in Kempen spreche. „Ich spreche von den Toten und für die Toten, die nicht mehr reden können.“ Ihr Lebensmotto sei der Titel des Buches, das sie geschrieben habe: „Nicht mit zu hassen, mit zu lieben bin ich da“ und auch ein „Nein zum Vergessen“. Immer wieder wies sie die Zuhörer darauf hin, dass sie aufpassen müssten, wo Unrecht geschehe, und dass sie allen Mitmenschen mit Achtung begegnen sollten. In jedem kleinen Kind, das sie im Fernsehen an der Hand seiner Mutter sähe, oft auf der Flucht, werde sie an das Leid dieser Kleinen erinnert. Das dürften wir nicht zulassen.

Nachdenkliche, berührte Gesichter folgten den so eindrücklichen, einfachen Worten von Edith Devries. Auch der Applaus klang verhalten, gerade weil die Worte so aussagekräftig nachklangen, wäre alles Laute unpassend gewesen. Gut, dass auch das leise Saxophon von Herbert Holtemeyer den Gedanken Raum gab. (gedo)

 

 Den offenen Brief von Pfarrer Roland Köhne an Frau Devries können Sie hier nachlesen.

Vorstand und Kontaktadressen

Informationen über den Vorstand und entsprechende Kontaktadressen finden Sie unter Vorstand.