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Soest überwältigte durch seinen Kunstreichtum

dateien/aktuelles/events/2017/Soest St. Petri und St. Patrokoli (1 von 1).JPG

Warum denn in die Ferne schweifen ….. Das dachten sich auch die 26 Teilnehmer einer Fahrt des Vereins, als sie am Samstag, dem 16. September, unter der Leitung von Vorstandsmitglied Dr. Ina Germes-Dohmen bei strahlendem Sonnenschein ins westfälische Soest aufbrachen. Dass aber so viel Gutes und Großartiges in Soest liegt, damit hatten dann die meisten doch nicht gerechnet. Denn fast alle mussten eingestehen, dass sie, wenn sie auf der A 44 unterwegs waren, Soest hatten links oder rechts liegen lassen, nicht ahnend, welch reichen Schatz die Stadt birgt.

Denn Soest war im Mittelalter eine der führenden Handels- und Hansestädte Deutschlands. Die zu Kurköln gehörende Stadt war mit ihren ca. 15000 Einwohnern zu dieser Zeit eine Großstadt, die ihren Wohlstand vor allem aus dem Salzhandel bezog. Gästeführerin Barbara Köster verstand es, den Kempenern die Geschichte ihrer Stadt detailreich zu vermitteln, sie erläuterte historische Hintergründe zur Blütephase und warum mit dem Gewinn der Soester Fehde dennoch der Niedergang für die Soester eingeläutete wurde und die Stadt mehr und mehr bedeutungslos wurde.

Der seit dem 19. Jahrhundert bestehende Eisenbahnknotenpunkt war im Zweiten Weltkrieg der Grund für Bombenangriffe, die große Teile der Stadt zerstörten.

 

Das erste Baudenkmal, das die Gruppe anschaute: Die romanische Hallenkirche Maria zur Höhe, im Volksmund Hohne Kirche genannt, wie fast alles in Soest in grünem Sandstein erbaut, schön, aber (zu) weich. Um und um ausgemalt (wenn auch mit neugotischen Ergänzungen), großartigem Altarbild und dem berühmten Soester Scheibenkreuz ein Ort, wo man gar nicht genug schauen konnte. Durch malerische Gassen mit schönen Fachwerkhäusern, vorbei am „großen Teich“ und der dem Kölner Dom abgeschauten gotischen Kirche Maria zur Wiese, auch sie natürlich aus Grünsandstein, ging es zum Petrikirchhof mit Rathaus und (Blinden-)Stadtmodell, übrigens vom gleichen Künstler, der das Kempener Modell schuf: Egbert Broerken, der aus der Nähe von Soest stammt.

 

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Die Mittagspause verging zu schnell, nicht nur dass Soest über ein mehr als üppiges gastronomisches Angebot verfügt, sondern ja auch noch über weitere Attraktionen von der Stadtbefestigung  über das „Romanische Haus“ bis zum „schiefen Turm“ der Kirche Alt-St. Thomä, die zumindest einige Gruppenteilnehmern dem kulinarischen Genuss vorzogen.

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dateien/aktuelles/events/2017/Soest Nikolaikapelle Fetail Wandmalerei (1 von 1).JPG

Und nachmittags bot Kirchenführerin Köster dann Romanik en bloc: die (heute einzige) katholische Kirche Soests, der St. Patrokli-Dom mit seinem wuchtigen Turm, das Kleinod der Nikolaikapelle mit ihren Freskenmalereien und einem Tafelbild des berühmten Malers Conrads von Soests von ungefähr 1400). Den Abschluss machte St. Petri, das zu den ältesten Pfarren Westfalens gehört und in direkter Nachbarschaft zum Dom liegt. Auch hier waren wieder von einer romanischen Turmhalle mit tiefen Wetzrillen bis zum gotischen Chor und den eingezogenen Emporen im Langschiff viele Besonderheiten zu sehen. Großer Dank  von allen an Frau Köster.

Nach einem letzten Kaffee auf dem Soester Markt ging‘s zurück an den heimischen Niederrhein und nahezu jeder meinte: „Hier bin ich heute nicht das letzte Mal gewesen!“

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Foto 1: St. Petri-Kirche (links) und St. Patrolki-Dom (rechts) © Eva-Maria Willemsen
Foto 2: Im Innenraum der Kirche St. Maria zur Höhe, rechts im Hintergrund das Scheibenkreuz © Eva-Maria Willemsen
Foto 3 Detail der Wandmalerei in der Nikolaikapelle © Eva-Maria Willemsen
Foto 4 Detail der Soester Rathausfassade © Eva-Maria Willemsen
Foto 5 Die Gruppe vor dem Blindenstadtmodell © Ina Germes-Dohmen

Kultur- und Kunstgenuss in Celle, Lüneburg und der Heide

37 Teildateien/aktuelles/events/2017/20170814_170839.jpgnehmer starteten am Montag zu einer fünftägigen Fahrt des Geschichts- und Museumsvereins nach Niedersachsen. Ihre Erwartungen wurden mehr als übertroffen, denn nicht nur das Wetter war besser als vorhergesagt, auch das Programm hätte abwechslungsreicher nicht sein können.

 

Wenn es die Yellow Press schon damals geben hätte, dann wäre Georg Wilhelm, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg (1624–1705), ganz sicher dort ein Dauerthema gewesen. Denn 1658 überließ er in einem „Brauttausch“ seine Verlobte Sophie von der Pfalz seinem jüngeren Bruder, versprach als Gegenangebot, ehelos zu leben, was ihm aber nach ein paar Jahren doch nicht gefiel und er stattdessen eine hübsche, französische Landadlige heiratete. Dies war nur eine der vielen Kuriositäten aus dem Welfengeschlecht, die die Kempener bei ihren insgesamt sieben abwechslungsreichen Führungen erfuhren.

In der schönen Celler Innenstadt stehen 500 Fachwerkhäuser, viele der reichen Bürgerhäuser sind mit Inschriften verziert. Die Stadtführer informierten über Fachwerkbau und Steinbauten, erläuterten die Entwicklung der Stadt und zeigten die Herkunft und Bedeutung zahlreicher Sprichwörter auf. Denn wer richtig wohlhabend war, hatte ein Steinhaus, er war eben „steinreich“.

 

dateien/aktuelles/events/2017/20170814_160236.jpgIm prächtigen Celler Schloss schwirrte den Besuchern der Kopf, so interessant wie auch verwirrend stellte sich die Geschichte der Lüneburger Linie der Welfen und ihrer Frauen dar, die mit dem Königshaus in Dänemark oder in England  verwandt waren. So wurde Georg Ludwig von Braunschweig-Lüneburg 1714 sogar König von Großbritannien. Auch religionsgeschichtlich waren die Herzöge von großer Bedeutung, führte doch Ernst der Bekenner (1497–1546) schon sehr früh die Reformation in seinem Herzogtum ein. Viele Namen begegneten den Kempenern in den fünf Tagen in Niedersachsen immer wieder, sei es im ehemaligen Zisterzienserinnen-Kloster in Wienhausen, seit der Reformation ein evangelisches Frauenkloster mit seiner außergewöhnlichen Teppichsammlung oder in der alten Hansestadt Lüneburg, die durch ihren Salzstock und den Salzhandel zu großem Reichtum kam. Den kann man heute dateien/aktuelles/events/2017/20170815_180227.jpgnoch den prächtigen Bauten ansehen. Aber auch, dass die Salzgewinnung ihren Tribut gefordert hat, denn manche Stadtviertel sind so abgesackt, dass die Häuser abgerissen werden mussten. Auch Naturfreunde kamen auf ihre Kosten, auch ein Spaziergang durch die blühende Heide fehlte nicht.

Verantwortlich für das Programm und die aufwändige Organisation der Mehrtagesfahrt war Fritz Dettmer, Vorstandsmitglied des Vereins. Ihm gelang eine vortreffliche Mischung aus interessanten Führungen (mit durchweg kundigen Führern) und den notwendigen Pausen zur eigenen Gestaltung, es war eine gelungene Mixtur aus Kunst und Kultur (inklusive Theaterbesuch im barocken Celler Schlosstheater) und Gelegenheit zum Gespräch und Austausch. Sogar für die Rückfahrt hatte Dettmer noch ein Bonbon bereit, denn die Stechinelli-Kapelle in Wieckenberg/Wietze, von außen einem Bauernhaus ähnlich, entpuppte sich im Innern als Kleinod im italienischen Barockstil. Und der hier einsetzende strömende Regen konnte der guten Stimmung in der Reisegruppe dann nichts mehr anhaben. (Gedo)

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Campunni 2/2017 erschienen

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Unsere Vereinszeitschrift für das zweite Halbjahr 2017 ist erschienen. Alle Artikel  und Termine können Sie aber auch hier im Menü Aktuelles oder unter Veranstaltungen nachlesen. Selbstverständlich können auch Nicht-Mitglieder unsere Veranstaltungen besuchen. Wir hoffen, Sie und Ihre Freunde hierbei  begrüßen zu können.

Campunni als PDF ist hier herunterzuladen.

Ein bedeutender fossiler Haizahn in der Sammlung des Städtischen Kramer-Museums

Ein interessanter Beitrag im neuen Campunni berichtet über einen Zeitraum, mit dem wir uns im Verein selten beschäftigen: dem Oberoligozän. Und Haie und ihre Zähne sind auch nicht häufig unser Thema. Aber lesen Sie selbst..... (auch hier)

 

Das Städtische Kramer-Museum ist weit über die Grenzen der Stadt Kempen hinaus bekannt für seine Sammlung von Möbeln, Kunsthandwerk und sakralen Skulpturen. Zweifelsohne liegt der Schwerpunkt des Museums auf der Darstellung der niederrheinischen Wohnkultur. In solch einer Sammlung wird man also naturhistorische Objekte eher nicht vermuten. Umso überraschender war es daher für die Autoren, dass das Museum eine kleine Fossilsammlung mit durchaus bemerkenswerten Objekten beherbergt.

dateien/aktuelles/events/2017/Hartkopf 16101810_Abb. 2.jpgAnlass für die Recherche war der Fund eines fossilen Haizahns am Rheinufer bei Krefeld-Gellep. Der spektakuläre Haizahn (Abb. ), immerhin mit Wurzel etwa 7 cm groß, war von einem Ehepaar auf der Suche nach schönen Rheinkieseln zufällig entdeckt und den Autoren zur näheren Expertise leihweise überlassen worden. Detaillierte Untersuchungen durch den Erstautor ergaben dann, dass es sich bei dem Haizahn um den zweiten Fund der Art Carcharocles subauriculatus (Agassiz, 1839) aus dem Oberoligozän des Niederrheins handelt. Der erste Fund war 1958 von Karlheinz Rothausen in einer wissenschaftlichen Publikation beschrieben und abgebildet worden (Abb.oben ).

Beschreibung und auch die Photographie des ersten Fundes von Carcharocles subauriculatus sind bei Rothausen sehr informativ. Besonders wichtig ist in dieser Veröffentlichung auch der Hinweis auf den Fundort und den Verbleib dieses Haizahns. Gefunden wurde der Zahn in der Freudenberg’schen Formsandgrube im Karlsberg bei Süchteln. Diese inzwischen verfüllte Sandgrube war viele Jahrzehnte lang eine wichtige Fundstelle für Fossilien aus Meeressanden oberoligozänen Alters. Während dieses Zeitraums vor etwa 23–28 Millionen Jahren war der Niederrhein von einem flachen, artenreichen Meer bedeckt. In der Sandgrube wurden über viele Jahrzehnte von Privatsammlern Fossilien geborgen, darunter Muscheln, Seepocken, Seeigel, Fisch-, Schildkröten und Walreste. Leider sind viele dieser Funde nicht in Museen oder wissenschaftliche Sammlungen gekommen. Jedenfalls findet man in den naturkundlichen Museen der Umgebung oder in den großen Forschungssammlungen kaum Material aus der Freudenberg’schen Formsandgrube. Daher war der Hinweis in der Publikation von Rothausen über den Verbleib des Haizahns auch besonders wichtig. Als Aufbewahrungsort genannt wurde das „Heimatmuseum Kempen“. Da den Autoren das Nachfolgemuseum durchaus für die Sammlung niederrheinischer Möbel, aber nicht für Fossilien aus unserer Region bekannt war, hatten wir wenig Hoffnung, diesen sehr seltenen, ersten Fund von Carcharocles subauriculatus vom Niederrhein dort wiederzufinden. Leider sind auch Museen nicht davor gefeit, dass Sammlungsmaterial verloren geht. Umzüge, Wasserschäden oder einfach nur unzureichende Aufbewahrung und Dokumentation haben schon manchen Museumsbestand arg reduziert und viele Wissenschaftler auf der Suche nach alten, in der Literatur beschriebenen Funden frustriert. Nicht so aber in unserem Fall! Ein Anruf beim Städtischen Kramer-Museum brachte innerhalb eines Tages die Gewissheit, dass sich im Magazin tatsächlich noch Fossilmaterial aus der Freudenberg’schen Formsandgrube befindet und darunter auch der von Rothausen beschriebene erste Fund von Carcharocles subauriculatus vom Niederrhein. Viele der im Museum aufbewahrten Fossilien der Süchtelner Fundstelle sind vermutlich von Gottfried Klinkdateien/aktuelles/events/2017/Hartkopf 16112307_Abb. 4.jpgenberg (1878–1957), Stadtarchivar und bekannter Heimatforscher, gesammelt worden.

Einmal mehr zeigt sich, wie wichtig die sorgfältige Aufbewahrung wissenschaftlich bearbeiteter Fossilien ist. Weiterführende Forschungen zukünftiger Generationen mit uns noch völlig unbekannten Methoden machen diese historischen Bestände zu einem einmaligen Archiv unserer Erdgeschichte. Unsere Aufgabe ist es, diese Archive wohl dokumentiert und professionell zu bewahren. Wir werden daher die kleine aber regional bedeutende Fossiliensammlung mit Unterstützung durch die Bodendenkmalpflege im Rheinland im Laufe dieses Jahres ordnen und teilweise auch wissenschaftlich bearbeiten. Schon heute wissen wir, dass sich einige wissenschaftliche Überraschungen in der Sammlung befinden. Von der Fossiliensammlung im Städtischen Kramer-Museum wird also noch zu hören sein.

(Dipl.-Geol. Fritz von der Hocht und Dipl.-Geol. Christoph Hartkopf-Fröder)

Abfahrt der Busse bei den Exkursionen

In der Stadt Kempen finden umfangreiche Bauarbeiten statt. Hierdurch kommt es zu erheblichen Behinderungen des Straßenverkehrs. Aus diesem Grunde wurde die Abfahrtstelle unserer Busfahrten verlegt. Ab sofort beginnen und enden unsere Fahrten auf dem Bahnhofsvorplatz!

Vorstand und Kontaktadressen

Informationen über den Vorstand und entsprechende Kontaktadressen finden Sie unter Vorstand.